Die Wahl zwischen Zigbee2MQTT (Z2M) und Zigbee Home Automation (ZHA) ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Nutzer, die ein stabiles und performantes Zigbee-Netzwerk in Home Assistant aufbauen möchten. Beide Integrationen haben ihre Stärken und Schwächen und sind für unterschiedliche Anforderungen optimiert. Während ZHA für eine nahtlose Einbindung ohne zusätzliche Software steht, bietet Z2M maximale Kontrolle und Flexibilität. Doch welche Lösung ist die bessere – gerade Stand 2026? Die Antwort hängt stark von der gewünschten Netzwerktopologie, Gerätekonfiguration und dem Wartungsaufwand ab. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf beide Ansätze und was sich in den letzten Jahren getan hat.
Zigbee2MQTT vs. ZHA: Vergleich im Überblick
Zur schnellen Orientierung die wichtigsten Unterschiede zwischen ZHA und Z2M in der Übersicht:
| Aspekt | ZHA (Zigbee Home Automation) | Z2M (Zigbee2MQTT) |
|---|---|---|
| Integration & Installation | Direkt in Home Assistant integriert; einfache Einrichtung ohne externe Dienste. | Läuft als externer Service (Add-on) über MQTT; erfordert zusätzliche Installation (MQTT-Broker). |
| Flexibilität & Konfiguration | Einfach bedienbar mit UI; begrenzte erweiterte Einstellungen (Advanced-Config via YAML möglich). | Sehr anpassbar; umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten via YAML oder Web-Frontend (für fortgeschrittene Nutzer). |
| Geräte-Unterstützung | Fokus auf Zigbee-3.0-Standardgeräte; exotische Geräte über Quirks (Community-Gerätetreiber) integrierbar. | Unterstützt eine sehr breite Palette von Geräten (herstellerübergreifend); neue Geräte werden oft schneller integriert. |
| Routing-Strategie | Standard: Table Routing (Routeninfos auf Router-Geräte verteilt); Source Routing optional aktivierbar (für große Netze). | Standard: Source Routing (Routen im Koordinator gespeichert, falls Adapter unterstützt) – optimierte Pfade insbesondere in großen Netzen. |
| OTA-Updates | Firmware-Updates direkt in HA (automatische Update-Entitäten, Hintergrund-Prüfung). | Firmware-Updates über Z2M-Oberfläche manuell steuerbar; großes zentrales OTA-Repository verfügbar. |
| Stabilität & Betrieb | Sehr stabil in aktueller Version; skaliert mit Zigbee-Routern und optionalem Source Routing auch auf große Netzwerke. Bei HA-Neustart kurzfristige Unterbrechung (Integration wird neu initialisiert). | Ebenfalls sehr stabil und für große Netzwerke erprobt; läuft als separater Prozess entkoppelt von HA – Zigbee-Netz bleibt bei HA-Neustarts aktiv. Erfordert jedoch dauerhaft einen zuverlässigen MQTT-Server. |
| Community & Support | Teil der Home Assistant Community; zigpy-Open-Source-Projekt (durch HA-Core-Team gepflegt), Hilfe über HA-Foren. | Große eigenständige Community und Entwicklerbasis; umfangreiche Dokumentation (zigbee2mqtt.io), schneller Support für neue Geräte. |
ZHA in Home Assistant: Stärken, Grenzen, typische Use-Cases
ZHA ist der einfachste Weg, ein Zigbee-Netzwerk mit Home Assistant zu betreiben. Da ZHA direkt als Core-Integration in Home Assistant eingebunden ist, entfällt der Bedarf an zusätzlichen Softwarekomponenten wie einem MQTT-Broker. Das bedeutet weniger Overhead, eine einfachere Einrichtung und geringere Abhängigkeiten. Dies ist insbesondere für Einsteiger von Vorteil, die eine schnelle und zuverlässige Zigbee-Integration ohne komplexe Konfigurationen suchen.
ZHA-Hardware: Welche Koordinatoren funktionieren gut?
ZHA basiert auf zigpy, einer universellen Implementierung des Zigbee-Stacks, die eine Vielzahl an Koordinator-Hardware unterstützt. Neben bewährten USB-Adaptern wie dem Sonoff Zigbee Dongle-P (TI CC2652-basiert) und dresden elektronik ConBee II werden Anfang 2026 auch die neuesten Koordinatoren unterstützt: etwa EFR32-basierte Zigbee-Sticks wie der Sonoff Zigbee Dongle-E oder die Home Assistant Connect (SkyConnect) Adapter, SMLIGHT SLZB-07 und Phoscon ConBee III, sowie Ethernet/Wi-Fi-Gateways wie der SMLIGHT SLZB-06M und Sonoffs Dongle Max (Dongle-M). Diese neueren Koordinatoren bieten eine höhere Sendeleistung (oft +20 dBm statt ~5 dBm), bessere Reichweite und effizientere Signalverarbeitung, wodurch sich die Gesamtperformance großer Netzwerke verbessert. Zudem ermöglicht die Nutzung von Netzwerk-basierten Koordinatoren eine flexible Platzierung des Zigbee-Gateways (z.B. unter der Decke für optimalen Empfang), was die Abdeckung und Stabilität des Mesh weiter erhöht.
💡 Mehr erfahren: Eine tiefgehende Betrachtung kompatibler Zigbee-Router und -Koordinatoren – inklusive einer Übersicht über deren Vor- und Nachteile – findest du in meinem Artikel: Zigbee und ZHA in Home Assistant: Schritt-für-Schritt-Guide für Einsteiger.
Gerätekompatibilität: Quirks als Schlüssel für „exotische“ Geräte
Ein häufig genannter Nachteil von ZHA war früher die eingeschränkte Gerätekompatibilität im Vergleich zu Zigbee2MQTT. Dies lag jedoch nicht an technischen Limitierungen, sondern an einem bewussten Designentscheid: ZHA konzentriert sich auf die Nutzung standardisierter Zigbee-3.0-Profile, um eine möglichst stabile und interoperable Netzwerkintegration zu gewährleisten. Proprietäre Zigbee-Geräte, die sich nicht an diese Standards halten, werden nicht automatisch unterstützt, um Inkompatibilitäten und unerwartetes Verhalten im Mesh-Netzwerk zu vermeiden.
Für exotische Geräte gibt es dennoch eine Lösung: Custom Quirks. Dabei handelt es sich um herstellerspezifische Gerätetreiber, die es erlauben, nicht offiziell unterstützte Geräte durch definierte Cluster-Zuweisungen und Attribut-Mappings in ZHA einzubinden. Zwar erfordert dies mitunter technisches Verständnis, bietet jedoch eine hohe Anpassungsfähigkeit, ohne die Gesamtstabilität des Netzwerks zu gefährden. In den letzten Jahren ist die Anzahl verfügbarer Quirks durch die Community stark gestiegen – viele zuvor inkompatible Produkte (etwa von Aqara, Tuya & Co.) lassen sich heute reibungslos mit ZHA betreiben, sofern der entsprechende Quirk installiert ist. Was früher als Schwäche galt, ist heute weniger spürbar: ZHA hat bei der Geräteunterstützung kräftig aufgeholt, sodass die meisten gängigen Zigbee-Geräte mittlerweile entweder nativ oder via Quirk integriert werden können.
Zigbee2MQTT: Stärken, Grenzen, typische Use-Cases
Zigbee2MQTT (Z2M) setzt auf einen MQTT-Broker als Vermittler zwischen Home Assistant und den Zigbee-Geräten. Dadurch wird eine herstellerunabhängige, plattformübergreifende Lösung geschaffen, die auch in anderen Smart-Home-Systemen als Home Assistant genutzt werden kann. Dies ist besonders vorteilhaft für Nutzer, die bereits ein MQTT-basiertes Smart-Home-Netzwerk betreiben oder mehrere Systeme miteinander verbinden möchten. Z2M existiert als eigenständiges Open-Source-Projekt mit einer eigenen Entwickler-Community und wird parallel zu Home Assistant weiterentwickelt.
Z2M-Konfiguration & Debugging: Warum Power-User es lieben
Einer der größten Vorteile von Z2M ist die detaillierte Steuerung über das Zigbee-Netzwerk. Nutzer können tief in die Gerätekonfiguration eingreifen, individuelle Gruppen definieren und erweiterte Funktionen nutzen – beispielsweise Direct-Binding zwischen Geräten (etwa einen Taster direkt mit einer Lampe koppeln) oder spezielle Einstellungen pro Gerät vornehmen. Darüber hinaus bietet Z2M umfangreiche Debugging-Optionen: Ein Live-Log des Zigbee-Datenverkehrs, Einstellmöglichkeiten für den Loglevel bis hin zu Debug-Frames und ein Dashboard zur Netzwerkübersicht (via Frontend oder Add-on) helfen dabei, Verbindungsprobleme zu analysieren und das Mesh bei Bedarf zu optimieren. Diese Funktionen machen Z2M besonders attraktiv für fortgeschrittene Nutzer und große Netzwerke, in denen eine präzise Kontrolle und Fehlersuche erforderlich ist.
Z2M-Setup: Der Mehraufwand ist real (aber planbar)
So groß die Vorteile von Z2M sind, so kommt es doch mit einem gewissen Mehraufwand bei der Einrichtung. Neben dem eigentlichen Zigbee-Dongle muss ein MQTT-Broker (z.B. Mosquitto) installiert und konfiguriert werden, was für unerfahrene Nutzer eine Hürde darstellen kann. In Home Assistant bedeutet dies typischerweise zwei Add-Ons (Zigbee2MQTT + MQTT) statt einer reinen Integration. Zudem hängt die Zuverlässigkeit des gesamten Zigbee-Systems von der Stabilität des MQTT-Brokers ab – fällt dieser aus oder hat das Netzwerk Probleme, funktioniert Zigbee nicht mehr. Dieser Punkt ist kritisch für Nutzer, die auf maximale Ausfallsicherheit angewiesen sind.
Allerdings hat die entkoppelte Architektur auch Vorteile: Da Z2M als separater Dienst läuft, bleibt das Zigbee-Netz beim Neustart von Home Assistant aktiv. Die Gerätekommunikation wird also nicht unterbrochen, wenn HA neu startet oder aktualisiert wird. (ZHA dagegen wird bei jedem HA-Neustart einmal neu initialisiert, was eine kurzfristige Unterbrechung der Zigbee-Verbindung bedeutet – vor allem batteriebetriebene Sensoren brauchen danach oft einige Zeit, bis sie sich wieder melden.) Mit Z2M lässt sich dieses Problem umgehen, was in Umgebungen mit häufigen Neustarts oder Downtimes von Vorteil sein kann. Wichtig ist dafür aber, dass Zigbee2MQTT selbst stabil läuft und immer im Hintergrund aktiv ist.
Routing: Table Routing vs. Source Routing (und warum es in großen Netzen zählt)
Ein wesentlicher technischer Unterschied zwischen ZHA und Z2M liegt in der Routing-Strategie innerhalb des Zigbee-Netzwerks. Zigbee nutzt dynamisches Routing, um Nachrichten durch das Mesh zu leiten – es gibt dabei zwei Hauptansätze. ZHA verwendet standardmäßig Table Routing, während Z2M je nach Koordinator oft Source Routing aktiviert hat.
Table Routing (Routentabellen in den Routern): Jede Routing-fähige Zigbee-Komponente (wie Plug, Lampe, Repeater) verwaltet eigene Tabellen, welche Nachbarn und Routen zu anderen Geräten enthalten. Die Routeninformationen sind also verteilt im Mesh gespeichert. Das reduziert den Speicherbedarf auf dem Koordinator, erfordert jedoch eine kontinuierliche Synchronisierung zwischen den Routern. In sehr dichten oder großen Netzen kann dies zu ineffizienten Pfaden oder verzögertem Routing führen, da nicht immer der optimalste Pfad gewählt wird und das Netz Zeit braucht, neue Verbindungen zu propagieren.
Source Routing (Routen im Koordinator): Der Koordinator sammelt die vollständigen Routen zu allen Geräten zentral und hängt den Nachrichten explizite Routeninformationen an. Dadurch können stabilere Pfade genutzt und vom Koordinator vorgegeben werden. Dies ist besonders vorteilhaft in großen Netzwerken mit vielen Hops, da der Koordinator gezielt optimierte Routen verteilen kann und das Hin und Her bei der Routenfindung entfällt.
Historisch setzt ZHA auf Table Routing als Voreinstellung, wohingegen Z2M – zumindest bei TI-basierten Koordinatoren mit Z-Stack-Firmware – meist automatisch Many-to-One-Route Requests und damit effektiv Source Routing verwendet. Doch beide Integrationen können prinzipiell beide Modi nutzen: ZHA lässt sich durch Konfiguration ebenfalls auf Source Routing umstellen (für kompatible Koordinatoren wie z.B. Sonoff Dongle-E oder andere auf EZSP basierende Sticks). Damit wird ZHA ebenso leistungsfähig für sehr große Netzwerke wie Z2M, sofern ein geeigneter Koordinator und eine durchdachte Netzwerkstruktur vorhanden sind. Umgekehrt kann auch Zigbee2MQTT mit Table Routing umgehen, etwa wenn der eingesetzte Koordinator kein Source Routing unterstützt. In der Praxis zeigt sich aber, dass Source Routing ab einer gewissen Netzgröße stabilere Ergebnisse liefern kann, weshalb dies insbesondere mit Z2M weit verbreitet ist.
💡 Mehr erfahren: Eine ausführliche Erklärung zu den verschiedenen Zigbee-Routing-Mechanismen und deren Auswirkungen auf die Netzwerkstabilität findest du in meinem Artikel: Zigbee-Routing-Mechanismen: Table Routing, Source Routing, Many-to-One & Broadcast Routing erklärt.
OTA-Updates: ZHA vs. Zigbee2MQTT
Beide Lösungen bieten eine verschlüsselte Zigbee-Kommunikation nach Zigbee-Standard und gelten als sicher im Betrieb. Unterschiede zeigen sich jedoch in der Firmware-Verwaltung und Geräteaktualisierung:
ZHA unterstützt Over-the-Air (OTA)-Firmware-Updates direkt über Home Assistant. Für viele Zigbee-Geräte wird automatisch geprüft, ob eine neue Firmware verfügbar ist. ZHA stellt entsprechende Update-Entitäten bereit – d.h. im HA-Frontend erscheint ein Update-Hinweis, und die Firmware kann per Klick oder Automation eingespielt werden. Dies erlaubt eine komfortable Aktualisierung der Zigbee-Geräte ohne manuelle Eingriffe oder externe Tools.
Z2M bietet ebenfalls OTA-Updates, jedoch mit manueller Kontrolle darüber, welche Firmware installiert wird. Über die Zigbee2MQTT-Weboberfläche kann man für jedes Gerät verfügbare Firmware-Versionen einsehen und den Update-Vorgang gezielt anstoßen. Diese Feinsteuerung ist für Power-User von Vorteil, die z.B. bestimmte Firmware-Versionen bevorzugen oder Updates selektiv einspielen möchten.
OTA-Repositories und deren Bedeutung: Beide Integrationen greifen für OTA-Updates auf öffentliche oder eigene Firmware-Repository-Quellen zurück. Diese Repositories enthalten die aktuellsten Firmware-Dateien, die von den jeweiligen Herstellern bereitgestellt werden. Während einige Hersteller ihre Zigbee-Firmware offen zugänglich machen, sind andere Updates nur über proprietäre Hubs verfügbar oder müssen manuell beschafft werden.
ZHA nutzt standardmäßig verschiedene externe OTA-Quellen, die Firmware-Dateien von unterstützten Herstellern bereitstellen. Falls eine benötigte Firmware fehlt, können fortgeschrittene Nutzer zusätzliche Quellen konfigurieren oder Firmware-Dateien manuell hinzufügen.
Z2M bietet ein umfangreiches zentrales OTA-Repository, das eine breite Sammlung an Firmware-Updates für viele Geräte umfasst. Dieses Repository wird vom Zigbee2MQTT-Projekt und der Community gepflegt. Zudem ermöglicht Z2M ebenfalls das Hinzufügen eigener OTA-Quellen, was besonders für nicht offiziell unterstützte Geräte hilfreich ist.
Die Nutzung eines zuverlässigen OTA-Repositorys ist essenziell, um Sicherheitslücken zu schließen, neue Funktionen zu erhalten und die Langlebigkeit der Zigbee-Geräte sicherzustellen. Vor jedem Firmware-Update sollte jedoch überprüft werden, ob die neue Version mit dem Gerät kompatibel ist – nicht alle Updates lassen sich im Fehlerfall wieder rückgängig machen. Im Zweifel lieber erst an einem einzelnen Gerät testen oder die Community-Erfahrungen abwarten.
💡 Mehr erfahren: Eine detaillierte Anleitung zur Konfiguration von OTA-Repositories in ZHA (inklusive Schritt-für-Schritt-Erklärung zur Einbindung zusätzlicher Quellen) findest du in meinem Artikel: ZHA-Integration erklärt: Konfiguration, Updates, Diagnose und Problembehebung für dein Zigbee-Netzwerk.
Entscheidungshilfe: Wann ZHA, wann Zigbee2MQTT?
Die Wahl zwischen ZHA und Z2M hängt letztlich stark von deinen individuellen Anforderungen und Vorlieben ab. Beide Ansätze können ein stabiles Zigbee-Netzwerk ermöglichen – dennoch lassen sich ein paar Faustregeln ableiten:
ZHA ist ideal für Nutzer, die eine schnelle, stabile und wartungsarme Zigbee-Integration wollen, ohne zusätzliche Software im Hintergrund. Wenn du Einsteiger bist oder einfach eine möglichst unkomplizierte Lösung bevorzugst, ist ZHA vermutlich die bessere Wahl. Es eignet sich hervorragend für Netzwerke mit standardkonformen Zigbee-3.0-Geräten und ist perfekt in Home Assistant integriert. Die Inbetriebnahme ist einfach (Plug-and-Play) und der laufende Wartungsaufwand minimal. Kurzum: Wenn du alles in Home Assistant haben möchtest und “es einfach funktionieren soll”, nimm ZHA.
Z2M ist die beste Wahl für Power-User und Smarthome-Enthusiasten, die maximale Kontrolle, erweiterte Debugging-Funktionen und die breitestmögliche Gerätekompatibilität benötigen. Besonders in großen Netzwerken mit vielen unterschiedlichen Geräten kann Z2M punkten – etwa durch die Möglichkeit, Feineinstellungen vorzunehmen, Routing-Parameter anzupassen oder exotische Geräte schnell einzubinden. Auch wenn du bereits ein MQTT-basiertes System nutzt oder Wert darauf legst, dass dein Zigbee-Netz unabhängig vom Home Assistant Core läuft, ist Zigbee2MQTT attraktiv. Die eigenständige Community und die regelmäßigen Updates sorgen dafür, dass neue Geräte oft sehr zügig unterstützt werden. Kurz gesagt: Fortgeschrittene Anwender und Tüftler, die jedes Detail im Griff haben möchten, fahren mit Z2M wahrscheinlich besser.
Fazit: Zigbee2MQTT vs. ZHA (Stand 2026)
Die Entscheidung zwischen ZHA und Z2M ist weniger eine Frage der Leistungsfähigkeit – beide Lösungen können ein hochstabiles und performantes Zigbee-Netzwerk bereitstellen – als vielmehr eine Frage der persönlichen Präferenz und Infrastruktur. Stand 2026 sind sowohl ZHA als auch Zigbee2MQTT gereifte Lösungen, die zuverlässig funktionieren.
Wer eine nahtlose Integration, einfache Verwaltung und minimale Wartung bevorzugt, ist mit ZHA bestens beraten. Besonders für reinrassige Home Assistant-Anwender, die ohne zusätzliche externe Komponenten auskommen möchten, bietet ZHA das rundeste Erlebnis.
Z2M hingegen spielt seine Stärken bei Flexibilität, Gerätevielfalt und Tiefenkontrolle aus. Die Möglichkeit, das Zigbee-Netzwerk auch außerhalb von Home Assistant zu nutzen oder komplexe Automationen über MQTT zu realisieren, macht Z2M einzigartig.
Wichtig zu betonen: In beiden Fällen gilt es, einige Grundregeln für Zigbee zu beachten. Eine durchdachte Platzierung von Zigbee-Routern (Repeatern), ein leistungsfähiger Koordinator und eine optimierte Netzwerkkonfiguration sind entscheidend für die Mesh-Stabilität – unabhängig davon, ob du ZHA oder Z2M einsetzt. Mit der richtigen Hardware und Setup kann sowohl ZHA als auch Z2M ein großflächiges, zuverlässiges Zigbee-Mesh aufbauen, das deinem Smart Home den nötigen Backbone für die kommenden Jahre gibt. Letztlich musst du nur noch entscheiden, welche Philosophie dir mehr zusagt: Komfort und Einfachheit (ZHA) oder Kontrolle und Anpassbarkeit (Z2M). Beide Wege führen zum Ziel – nämlich einem smarten Zuhause mit robustem Zigbee-Netz.
